Der Nervenultraschall (auch Nervensonografie oder Neurosonografie) ist eine neue Methode, um Schädigungen an Nerven festzustellen, z.B. beim Karpaltunnelsyndrom oder bei Verletzungen. Hierbei sind keine elektrischen Ströme notwendig. Im Gegensatz zur Neurographie, die eine funktionelle Untersuchung darstellt, können der Nerv selber, Art der Schädigung und relevante Umgebungsstrukturen direkt im Bild dargestellt werden. Moderne Ultraschallgeräte wie unser Philips Affiniti 50 bieten bei oberflächlich verlaufenden Nerven eine Auflösung von Bruchteilen von Millimetern und sind damit allen anderen bildgebenden Methoden überlegen. Zudem ist bei gelenknahen Prozessen eine Untersuchung in verschiedenen Funktionsstellungen möglich. All dies bedeutet einen erheblichen Informationsgewinn für die Diagnose und Therapieplanung.

Dr. Moshagen und Dr. Klippel besitzen das Zertifikat für Muskel- und Nervensonographie der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (DGKN).

Bild 1 zeigt einen großen gutartigen Nervenscheidentumor, ein Schwannom, Bild 2 und 3  stammen von einem Patienten, bei dem der Nervenultraschall neben einer Einkerbung des M. medianus durch das Handgelenksquerband eine ausgedehnte Flüssigkeitsansammlung zwischen den Sehnen der Hohlhand nachwies. Bild 4 und 5 zeigen einen bifiden N. medianus (doppelt angelegter Handnerv) mit einer großen Arterie, einer A. mediana, zwischen den Nervensträngen. Bild 7 zeigt eine verletzungsbedingte „Nervennarbe“, ein sog. Neurom, eines kleinen Hautastes des N. ulnaris.

Nur durch den Einsatz von Ultraschall konnten die Ursachen der Beschwerden der Patienten gefunden werden.

 

In diesem Video ist dokumentiert, wie der N. ulnaris (Ellennerv) bei Beugung des Ellenbogens über einen Knochenvorsprung springt. Durch die wiederholte mechanische Reizung des Nerven leidet der Patient unter Missempfindungen und Schmerzen der Finger 4 und 5.